E-Commerce

So berechnen Sie den Sicherheitsbestand im Onlineshop

Cómo calcular el stock de seguridad en tu e-commerce

Ohne Ware kein Verkauf, egal wie gut Ihr Preis ist. Der Sicherheitsbestand ist der Puffer, mit dem Sie weiter verkaufen, wenn sich der Lieferant verspätet oder die Nachfrage plötzlich steigt.

Sie können den Sicherheitsbestand auf zwei Arten berechnen. Die einfache Formel multipliziert den durchschnittlichen Tagesbedarf (TB) mit den möglichen Verzugstagen, also der maximalen minus der üblichen Wiederbeschaffungszeit: SB = (WBZmax − WBZ) × TB. Die statistische Formel berücksichtigt, wie stark die Verkäufe schwanken: SB = z × σ × √WBZ, wobei σ die Standardabweichung des Tagesbedarfs ist und z vom Servicegrad abhängt (1,65 bei 95 %). Der Meldebestand (MB) ergibt sich aus SB + TB × WBZ.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sicherheitsbestand ist die Mindestmenge an Einheiten, die Sie vorhalten, um Lieferverzögerungen und unerwartete Nachfragespitzen abzufangen.
  • Die einfache Formel, SB = (WBZmax − WBZ) × TB, deckt die längste Lieferzeit ab und liefert meist hohe Werte: Sie ist eine Obergrenze zur Orientierung, kein Zielwert.
  • Die statistische Formel, SB = z × σ × √WBZ, passt den Puffer an den gewählten Servicegrad und an die Schwankung der Nachfrage jedes Produkts an.
  • Der Meldebestand, MB = SB + (TB × WBZ), gibt an, wie viele Einheiten noch im Lager liegen sollen, wenn Sie die nächste Bestellung auslösen.
  • Der Schritt von 95 % auf 99 % Servicegrad erhöht den Sicherheitsbestand im Beispiel dieses Artikels um 40 %: Die letzten Prozentpunkte Servicegrad sind die teuersten.

Was ist der Sicherheitsbestand?

Der Sicherheitsbestand ist die Mindestmenge an Ware, die ein Shop im Lager hält, um die Nachfrage zu bedienen, wenn die Belieferung ausfällt, unerwartete Verkaufsspitzen kommen oder etwas anderes Unvorhersehbares passiert. Man nennt ihn auch eisernen Bestand. Sein Zweck ist, das Risiko eines Fehlbestands zu senken, also ohne Ware dazustehen, während noch Bestellungen offen sind.

Jeder Artikel braucht seine eigene Berechnung. Ein Produkt, das 50 Einheiten am Tag verkauft und dessen Lieferant manchmal dreimal so lange braucht wie vereinbart, ist nicht mit einem Produkt vergleichbar, das 3 Einheiten pro Woche verkauft und zuverlässig geliefert wird. Absatz, Preis, Platzbedarf und Zuverlässigkeit des Lieferanten verändern den Wert.

Zu viel Bestand kostet ebenfalls. Überschüssige Einheiten binden Kapital, belegen Lagerfläche und verlieren bei verderblicher Ware oder Mode mit der Zeit an Wert. Deshalb gehört zum Sicherheitsbestand immer eine zweite Kennzahl: der Meldebestand.

Warum der Meldebestand so wichtig ist

Der Meldebestand ist der Lagerbestand, bei dem Sie eine neue Bestellung beim Lieferanten auslösen müssen, damit die Ware eintrifft, bevor Sie den Sicherheitsbestand angreifen. Er wirkt wie ein zweiter Schutz gegen Fehlbestände.

Zwei Eigenschaften des Lieferanten bestimmen, wie knapp dieser Punkt bemessen sein kann:

  1. Zuverlässigkeit: ob er schnell reagiert und Bestellungen zügig bearbeitet und ob er die Produkte immer vorrätig hat oder selbst manchmal ausverkauft ist.
  2. Lieferzeit: wie lange Bestellungen bis zur Ankunft brauchen und ob er die vereinbarten Fristen einhält.

Die Formel für den Meldebestand lautet:

MB = SB + (TB × WBZ)

  • MB: Meldebestand, in Einheiten.
  • SB: Sicherheitsbestand, in Einheiten.
  • TB: durchschnittlicher Tagesbedarf des Produkts, in Einheiten pro Tag.
  • WBZ: übliche Wiederbeschaffungszeit des Lieferanten (Lead Time), in Tagen.

Der Ausdruck TB × WBZ ist das, was Sie voraussichtlich verkaufen, während die Bestellung unterwegs ist. Der Sicherheitsbestand kommt obendrauf und deckt das Unerwartete ab. Weiter unten finden Sie durchgerechnete Beispiele mit beiden Formeln.

Weitere Bestandsarten, die Ihnen begegnen

In der Lagerverwaltung gibt es weitere Bestandsarten, die Sie vom Sicherheitsbestand unterscheiden sollten:

BestandsartBedeutung
Verfügbarer BestandEinheiten im Lager, die direkt verkauft werden können, ohne die für offene Bestellungen reservierten.
UnterwegsbestandBestellte Einheiten, die sich auf dem Weg vom Lieferanten zu Ihrem Lager befinden.
SaisonbestandEinheiten, die Sie vor einer Hochsaison wie Weihnachten oder dem Schulanfang aufbauen.
HöchstbestandDie größte Menge, die Sie von einem Produkt lagern wollen, meist Sicherheitsbestand plus eine Bestellmenge.
MindestbestandDie Menge, die Sie nicht unterschreiten wollen; in vielen Unternehmen entspricht sie dem Sicherheitsbestand.
Bestand an unfertigen ErzeugnissenRohstoffe und Halbfertigprodukte, die in der Produktionskette warten.
ZyklusbestandEinheiten, die zwischen zwei Bestellungen durch den normalen Verkauf verbraucht werden.
Ohne Kreditkarte · Ohne Mindestlaufzeit

Wozu dient der Sicherheitsbestand?

Der Sicherheitsbestand sorgt dafür, dass Sie weiter verkaufen, wenn der Warenfluss stockt oder Sie mehr absetzen als geplant. Er schützt Sie vor:

  • einer höheren Nachfrage als erwartet, etwa durch eine Aktion, eine Erwähnung in sozialen Netzwerken oder einen Fehlbestand bei einem Wettbewerber;
  • Problemen mit einem Lieferanten, zum Beispiel einer verspäteten Lieferung wegen Transportschwierigkeiten;
  • Störungen in der eigenen Produktion oder in der des Lieferanten;
  • äußeren Ursachen, auf die Sie keinen Einfluss haben: Streiks, Hafenschließungen, Pandemien oder Konflikte.

Sicherheitsbestand und Meldebestand hängen direkt zusammen. Jede Änderung am Sicherheitsbestand verschiebt den Zeitpunkt, zu dem Sie nachbestellen müssen, und umgekehrt: Ein langsamerer Lieferant zwingt Sie, früher zu bestellen und einen größeren Puffer zu halten.

Vorteile eines Sicherheitsbestands

Der wichtigste Vorteil ist, dass Sie keine Verkäufe verlieren. Es gibt aber weitere Effekte, die sich im Geschäft bemerkbar machen:

  • Das Vertrauen Ihrer Kunden erhalten: Ein ausverkauftes Produkt zeugt von mangelnder Planung, vor allem wenn es sich wiederholt.
  • Kunden nicht zur Konkurrenz schicken: Wenn Sie das Produkt nicht haben, kauft der Kunde es in einem anderen Shop, auch wenn Ihr Preis niedriger ist.
  • Besseren Service bieten: Wer Störungen vorwegnimmt, vermeidet Stornierungen und verspätete Sendungen.
  • Bessere Wettbewerbsposition: Wenn ein Wettbewerber ausverkauft ist und Sie liefern können, sind Sie das verfügbare Angebot.
  • Mehrkosten vermeiden: Ohne Puffer zwingt ein Fehlbestand dazu, bei teureren Lieferanten einzukaufen oder Expressversand zu bezahlen.

Risiken eines falsch berechneten Sicherheitsbestands

Ist der Sicherheitsbestand zu hoch angesetzt, zahlen Sie für Einheiten, die Sie im Voraus kaufen, lagern und dann nicht verkaufen. Dieses gebundene Kapital fehlt für Werbung, neue Artikel oder Rabatte.

Bei verderblichen oder saisonalen Produkten kommt ein weiteres Risiko hinzu. Bei zu viel Lagerware läuft das Mindesthaltbarkeitsdatum ab oder die Saison endet, bevor Sie alle Einheiten verkauft haben, und am Ende verkaufen Sie mit Verlust ab.

Zu knapp zu planen ist genauso gefährlich wie zu großzügig. Ein zu kleiner Puffer schützt kaum, ein zu großer macht die Vorsorge zum Fixkostenblock. Genau dafür ist die Berechnung pro Produkt da: um den Mittelweg zu finden.

Sicherheitsbestand berechnen: die Formeln

Es gibt mehrere Formeln, um den Sicherheitsbestand zu berechnen, und jede braucht andere Daten. Die einfache Formel kommt mit Lieferzeiten und Durchschnittsbedarf aus; die statistische braucht zusätzlich die Absatzhistorie, um die Schwankung zu messen. Die Tabelle fasst die drei gängigsten zusammen.

FormelAusdruckBenötigte DatenWann sie passt
Einfach (maximale Lieferzeit)SB = (WBZmax − WBZ) × TBMaximale und übliche Lieferzeit des Lieferanten, DurchschnittsbedarfWenige Daten, kleines Sortiment, erste Berechnung
Maximal- und DurchschnittswerteSB = (TBmax × WBZmax) − (TB × WBZ)Maximaler und durchschnittlicher Tagesbedarf, maximale und übliche LieferzeitProdukte mit starken, bekannten Spitzen
Statistisch (Servicegrad)SB = z × σ × √WBZStandardabweichung des Tagesbedarfs, Lieferzeit, ServicegradAbsatzhistorie über mehrere Monate

Ist das Produkt saisonal, berechnen Sie den Sicherheitsbestand mit den Daten der Jahreszeit, in der Sie sich gerade befinden. Ein Spielzeug hat im Dezember nicht denselben Durchschnittsbedarf wie im April, und wer beide Zeiträume in einem Mittelwert vermischt, erhält eine Zahl, die für keinen von beiden taugt.

Einfache Formel: maximale minus übliche Lieferzeit

SB = (WBZmax − WBZ) × TB

  • SB: Sicherheitsbestand.
  • WBZmax: maximale Wiederbeschaffungszeit des Lieferanten bei Störungen, in Tagen.
  • WBZ: übliche Wiederbeschaffungszeit unter normalen Umständen, in Tagen.
  • TB: durchschnittlicher Tagesbedarf des Produkts, in Einheiten pro Tag.

Die einfache Formel deckt die möglichen Verzugstage mit dem Durchschnittsbedarf ab. Sie ist leicht anzuwenden, unterstellt aber, dass sich die längste beobachtete Verspätung wiederholt. Bei Lieferanten, die fast immer pünktlich sind, fällt der Puffer deshalb meist zu groß aus.

Formel mit Maximal- und Durchschnittswerten

SB = (TBmax × WBZmax) − (TB × WBZ)

Diese Formel kombiniert die längste Lieferzeit mit dem höchsten Tagesbedarf (TBmax) und zieht davon ab, was Sie unter normalen Bedingungen verkaufen. Sie schützt gegen beide Probleme zugleich, liefert aber den höchsten Wert der drei, weil sie annimmt, dass beides gleichzeitig eintritt.

Formel mit Standardabweichung und Servicegrad

SB = z × σ × √WBZ

  • z: Sicherheitsfaktor zum Servicegrad, also zur Wahrscheinlichkeit, in einem Wiederbeschaffungszyklus keinen Fehlbestand zu haben.
  • σ: Standardabweichung des Tagesbedarfs, in Einheiten pro Tag.
  • WBZ: Wiederbeschaffungszeit, in Tagen (in derselben Zeiteinheit wie σ).

Die statistische Formel geht davon aus, dass der Tagesbedarf annähernd normalverteilt um seinen Mittelwert schwankt. Die Wurzel aus der Lieferzeit steht in der Formel, weil sich die Schwankung mehrerer Tage nicht Tag für Tag aufaddiert: Ein Teil der Spitzen gleicht sich mit schwachen Tagen aus, sofern die Verkäufe eines Tages nicht von denen des Vortags abhängen.

Der Faktor z stammt aus der Standardnormalverteilung. Das sind die gebräuchlichsten Werte:

ServicegradFaktor z
90 %1,28
95 %1,65
97,5 %1,96
98 %2,05
99 %2,33

Wenn auch die Lieferzeit schwankt

Hält der Lieferant die Lieferzeit nicht immer gleich ein, wird die statistische Formel um die Standardabweichung der Lieferzeit (σWBZ) erweitert:

SB = z × √(WBZ × σ² + TB² × σWBZ²)

Der erste Summand erfasst die Schwankung der Nachfrage, der zweite die der Lieferzeit. Ist die Nachfrage nahezu konstant (σ ≈ 0), bleibt nur der zweite Summand: SB = z × TB × σWBZ. Oft wiegt der zweite schwerer, weil jeder Verzugstag den gesamten Durchschnittsbedarf vervielfacht: In Beispiel 4 entfallen 10.000 der 11.296 in der Summe auf die Lieferzeit.

Diese Formeln sind keine Erfindung dieses Artikels: Sie stehen in den Lehrbüchern zu Produktionswirtschaft und Supply Chain Management, etwa Supply Chain Management: Strategy, Planning, and Operation von Sunil Chopra und Peter Meindl oder Inventory and Production Management in Supply Chains von Edward Silver, David Pyke und Douglas Thomas.

Für jede der Formeln brauchen Sie echte Daten: Ideal ist ein ganzes Jahr Absatzhistorie, damit Sie die Zyklen jedes Produkts sehen. Eine Lagerverwaltungssoftware oder Ihr ERP erfasst Zu- und Abgänge, und dieselbe Historie liefert Ihnen die durchschnittliche und die tatsächliche maximale Lieferzeit jedes Lieferanten.

Ohne Kreditkarte · Ohne Mindestlaufzeit

Beispiele: so ermitteln Sie den Sicherheitsbestand

Die folgenden Beispiele wenden die Formeln Schritt für Schritt an. Die ersten beiden nutzen die Daten eines Schnelldrehers; das dritte und das vierte ein Produkt, dessen Standardabweichung im Absatz bekannt ist, um die statistische Methode zu zeigen.

Beispiel 1: Sicherheitsbestand mit der einfachen Formel

Daten des Produkts:

  • Maximale Lieferzeit bei Verzug oder Störung (WBZmax) = 30 Tage.
  • Übliche Wiederbeschaffungszeit (WBZ) = 7 Tage.
  • Durchschnittlicher oder für diese Jahreszeit erwarteter Tagesbedarf (TB) = 50 Stück/Tag.

SB = (30 Tage − 7 Tage) × 50 Stück/Tag = 23 × 50 = 1.150 Stück

Der Sicherheitsbestand dieses Produkts liegt bei 1.150 Einheiten. Sie decken die 23 möglichen Verzugstage bei 50 Einheiten pro Tag ab.

Beispiel 2: Meldebestand berechnen

Mit dem Sicherheitsbestand aus dem vorigen Beispiel berechnen Sie den Meldebestand mit MB = SB + (TB × WBZ):

  • Sicherheitsbestand (SB) = 1.150 Stück.
  • Durchschnittlicher Tagesbedarf (TB) = 50 Stück/Tag.
  • Übliche Wiederbeschaffungszeit (WBZ) = 7 Tage.

MB = 1.150 Stück + (50 Stück/Tag × 7 Tage) = 1.150 + 350 = 1.500 Stück

Die neue Bestellung muss raus, wenn noch 1.500 Einheiten im Lager liegen. Hält der Lieferant die 7 Tage ein, trifft die Ware genau dann ein, wenn der Bestand auf 1.150 gefallen ist, ohne dass der Puffer angetastet wurde.

Beispiel 3: Sicherheitsbestand bei 95 % Servicegrad

Ein anderer Shop verkauft ein Produkt mit diesen Werten aus den letzten Verkaufsmonaten:

  • Durchschnittlicher Tagesbedarf (TB) = 50 Stück/Tag.
  • Standardabweichung des Tagesbedarfs (σ) = 12 Stück/Tag.
  • Wiederbeschaffungszeit (WBZ) = 9 Tage, also √WBZ = 3.
  • Angestrebter Servicegrad = 95 %, also z = 1,65.

SB = 1,65 × 12 × 3 = 1,65 × 36 = 59,4 Stück, aufgerundet 60 Stück.

MB = 60 + (50 × 9) = 60 + 450 = 510 Stück.

Wollte der Shop einen Servicegrad von 99 %, ergäbe sich 2,33 × 36 = 83,88, also 84 Einheiten. Vier Prozentpunkte mehr Servicegrad kosten 24 Einheiten mehr Puffer, ein Plus von 40 % (84 / 60 = 1,4). Der Meldebestand steigt damit auf 84 + 450 = 534 Stück: Ein höherer Servicegrad erhöht über den Faktor z den Sicherheitsbestand und mit ihm den Meldebestand.

Beispiel 4: wenn sich auch der Lieferant verspätet

Dasselbe Produkt, aber die Lieferzeit von 9 Tagen hat eine Standardabweichung von 2 Tagen (σWBZ = 2):

  • WBZ × σ² = 9 × 12² = 9 × 144 = 1.296
  • TB² × σWBZ² = 50² × 2² = 2.500 × 4 = 10.000
  • Summe = 11.296, und √11.296 = 106,28

SB = 1,65 × 106,28 = 175,4 Stück, aufgerundet 176 Stück. Der Meldebestand steigt auf 176 + 450 = 626 Stück.

Das Beispiel zeigt: Zwei Tage Schwankung in der Lieferzeit verdreifachen den Sicherheitsbestand fast (von 60 auf 176 Einheiten). Eine stabilere Lieferzeit mit dem Lieferanten zu vereinbaren, kann mehr Lagerfläche sparen als eine feinere Absatzprognose.

Vergleich der Formeln am selben Produkt

Zum Vergleich: Das Produkt aus den Beispielen 3 und 4 hat eine beobachtete maximale Lieferzeit von 14 Tagen und einen maximalen Tagesbedarf von 75 Stück:

MethodeRechnungSicherheitsbestand
Statistisch, nur Nachfrage (95 %)1,65 × 12 × √960 Stück
Statistisch, Nachfrage und Lieferzeit (95 %)1,65 × √(9 × 12² + 50² × 2²)176 Stück
Einfach(14 − 9) × 50250 Stück
Maximal- und Durchschnittswerte(75 × 14) − (50 × 9) = 1.050 − 450600 Stück

Die vier Werte reichen für dasselbe Produkt von 60 bis 600 Einheiten. Die einfache Formel und die mit Maximalwerten sind nützlich, wenn es keine Historie gibt oder das Produkt so wichtig ist, dass kein Fehlbestand vorkommen darf. Mit genügend Daten verhindert die statistische Formel, dass Sie Lagerfläche für Szenarien bezahlen, die fast nie eintreten.

Wie berechnen Sie Mindestbestand, Höchstbestand und Meldebestand in Excel?

Excel erledigt die Berechnung mit einem Tabellenblatt pro Produkt oder einer Zeile pro Artikel. Stehen die Tagesverkäufe in Spalte A (zum Beispiel A2:A181 für sechs Monate), liefern diese Zellen das Ergebnis aus Beispiel 3:

ZelleWertFormel
D2Durchschnittlicher Tagesbedarf=MITTELWERT(A2:A181)
D3Standardabweichung=STABW.S(A2:A181)
D4Wiederbeschaffungszeit (Tage)9
D5Servicegrad0,95
D6Sicherheitsbestand (Mindestbestand)=AUFRUNDEN(NORM.S.INV(D5)*D3*WURZEL(D4);0)
D7Meldebestand=D2*D4+D6
D8Bestellmenge500
D9Höchstbestand=D6+D8

Die Funktionsnamen gelten für das deutsche Excel (die Microsoft-Hilfe dokumentiert NORM.S.INV, STABW.S und AUFRUNDEN). NORM.S.INV heißt in beiden Versionen gleich; im englischen Excel heißen STABW.S, AUFRUNDEN, MITTELWERT und WURZEL dagegen STDEV.S, ROUNDUP, AVERAGE und SQRT, und ein Komma statt des Semikolons trennt die Argumente. NORM.S.INV(0,95) ergibt 1,645. Liefert D3 den Wert 12, ergibt das Produkt in D6 59,2; AUFRUNDEN macht daraus 60, dasselbe Ergebnis wie im Beispiel.

In diesem Blatt entspricht der Mindestbestand dem Sicherheitsbestand, und der Höchstbestand ist der Puffer plus eine volle Bestellmenge: 60 + 500 = 560 Einheiten. Wo der Mindestbestand dem Sicherheitsbestand entspricht, berechnen Sie ihn mit denselben Formeln; im Beispiel 3 sind das 60 Stück. Bei einem großen Sortiment übernimmt eine Software für die Bestandsverwaltung dieselbe Rechnung für alle Artikel und aktualisiert sie mit jedem Verkauf.

Ohne Kreditkarte · Ohne Mindestlaufzeit

Tipps für die Berechnung Ihres Sicherheitsbestands

Ein gut berechneter Sicherheitsbestand deckt die erwartete maximale Lieferzeit ab, ohne mehr Einheiten als nötig zu binden. Mit diesen Praktiken bleibt der Wert realistisch und wächst mit der Zeit nicht unbemerkt an:

  • Pro Produkt und pro Saison rechnen: Berechnen Sie die Standardabweichung mit den vergleichbaren Monaten des Vorjahres neu, nicht mit dem Jahresdurchschnitt.
  • Das Sortiment einteilen: Hohe Servicegrade (98 bis 99 %) nur für die Produkte, die am meisten verkaufen oder die meiste Marge bringen, niedrigere für den Rest.
  • Den Lieferanten messen, nicht nur die Nachfrage: Erfassen Sie die tatsächliche Lieferzeit jeder Bestellung; wie Beispiel 4 zeigt, kann deren Schwankung schwerer wiegen als die der Verkäufe.
  • Den Wert nach jeder Änderung prüfen: Eine Aktion, eine Preissenkung oder ein neuer Verkaufskanal verändern den Durchschnittsbedarf und erfordern eine neue Berechnung.
  • Auf Software setzen: Tools für die Bestandsverwaltung mit Absatzprognose rechnen für das ganze Sortiment und melden, wenn ein Produkt den Meldebestand erreicht.

Verkaufsstarke Termine verdienen eine eigene Rechnung. Prüfen Sie vor Aktionen wie dem Black Friday frühzeitig den Bestand der Produkte, die Sie bewerben wollen; eine Checkliste finden Sie in den Tipps zur Vorbereitung Ihres Onlineshops auf den Black Friday. Liegt der Engpass beim Transport, hilft Ihnen der Leitfaden mit Tipps für eine zuverlässigere Logistik im Onlineshop.

Der Bestand wirkt sich auch auf die Marge aus: Jede gelagerte Einheit verursacht Kosten, die von Ihrem Gewinn beim Verkauf abgehen. Wie viel jedes Produkt tatsächlich einbringt, zeigt Ihnen die Berechnung der Gewinnmarge im Onlineshop.

Wie verhindern Sie, dass eine Preisänderung Ihren Sicherheitsbestand aufzehrt?

Eine Preissenkung verschiebt die Nachfrage und verbraucht den Puffer früher als geplant, deshalb sollten Sie wissen, wie sich die Preise im Markt bewegen. Boardfy ist eine SaaS-Plattform für die Überwachung von Wettbewerberpreisen und Dynamic Pricing im E-Commerce, mit direkter Preisänderung auf Amazon, eBay, Google Shopping und Mirakl-Marktplätzen.

  • Boardfy liest mit der Preisüberwachung die Preise Ihrer Wettbewerber alle 6 Stunden (in manchen Fällen häufiger).
  • Boardfy speichert den Preisverlauf, mit dem Sie Nachfragespitzen bei der Neuberechnung erklären können.
  • Boardfy wendet Regeln für Dynamic Pricing an, ohne jemals Ihren Mindestpreis oder Ihre Mindestmarge zu unterschreiten.

Boardfy legt Ihre Strategie nicht fest: Boardfy wendet die Regeln an, die Sie definieren. Sie können Boardfy 7 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte.

Verwandte Artikel

Über 500 Unternehmen arbeiten bereits mit Boardfy

Ohne Kreditkarte · Ohne Mindestlaufzeit