E-Commerce

Was ist der EAN-Code eines Produkts und warum ist er für Ihren Onlineshop wichtig?

Warehouse worker scanning a barcode on a pallet with a handheld scanner

Nehmen Sie ein beliebiges Produkt in die Hand: Fast immer trägt es einen Strichcode mit einer Zahlenreihe darunter. Diese Zahl ist die EAN, und im Onlineshop leistet sie weit mehr als an der Kasse.

Der EAN-Code ist eine 13-stellige Nummer, die jedes Produkt im weltweiten Handel eindeutig kennzeichnet: die Zahl, die Sie unter dem Strichcode auf der Verpackung finden. Die Abkürzung stand ursprünglich für „European Article Number“, heute heißt sie International Article Number, und GS1, die Organisation hinter dem Standard, nennt sie GTIN-13. GTIN steht für Global Trade Item Number: die Nummernfamilie, zu der GTIN-8, GTIN-12, GTIN-13 und GTIN-14 gehören. Im E-Commerce brauchen Sie die EAN für die Lagerverwaltung, um die Anforderungen von Amazon und Google Shopping zu erfüllen und dasselbe Produkt in verschiedenen Shops wiederzuerkennen.

Wer allgemein von EAN-Codes spricht, meint fast immer den EAN-13. Weil er so einfach zu handhaben ist, gehört er bei Herstellern und Händlern fast jeder Branche zum Standard, auch in Onlineshops.

Neben der Ordnung im Lager hilft die EAN bei einer Frage, die im umkämpften Onlinehandel zählt: Zu welchem Preis verkaufen Ihre Wettbewerber genau dasselbe Produkt? Auf ihr bauen Werkzeuge für Preisüberwachung und Dynamic Pricing auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der EAN-13 (GTIN-13) ist eine 13-stellige Nummer für ein bestimmtes Produkt, in jedem Land dieselbe.
  • Er enthält keine Produktdaten: Er ist ein Schlüssel, mit dem man das Produkt in einer Datenbank findet.
  • Die ersten Ziffern zeigen, welche GS1-Organisation die Nummer vergeben hat (400 bis 440 für Deutschland, 900 bis 919 für Österreich), nicht das Herstellungsland.
  • In Deutschland erhalten Sie EAN-Codes bei GS1 Germany; mit dem Nummernpaket vergibt jede Marke die Nummern ihrer Produkte selbst.
  • Amazon verlangt für die meisten Produkte eine GTIN, das Google Merchant Center empfiehlt sie für alle Produkte mit Hersteller-GTIN, und von weiterverkauften EANs ist abzuraten.

Was ist ein EAN-Code und wofür wird er verwendet?

Der EAN-Code ist eine international standardisierte Kennung, die jedem Handelsprodukt zugewiesen wird. Einfach gesagt ist er die universelle Nummer eines Produkts: Derselbe Artikel trägt in jedem Shop und in jedem Land dieselbe Nummer. Eine Seriennummer ist die EAN nicht: Alle Exemplare desselben Artikels tragen dieselbe EAN.

Das System entstand in den Siebzigerjahren in Europa, auf Grundlage des UPC-Codes, der in den USA bereits im Einsatz war. Die EAN-Vereinigung, aus der die heutige GS1 hervorging, wurde 1977 gegründet. Heute koordiniert GS1 den Standard weltweit über nationale Organisationen wie GS1 Germany.

Mit der EAN lässt sich dasselbe Produkt erkennen, egal wo es gekauft wird. Deshalb ist sie beim Verkauf und Import von Waren so nützlich, ebenso beim Vergleich von Bezeichnung und Preis eines Artikels zwischen verschiedenen Verkäufern oder Onlineplattformen.

Wenn ein Käufer nicht sicher ist, ob er zwei identische Artikel vergleicht, gibt die EAN den ersten Hinweis: Stimmt sie überein, handelt es sich in der Regel um dasselbe Produkt. Das reicht aber nicht immer, wie Sie weiter unten bei den Grenzen der EAN sehen.

Arten von EAN- und UPC-Codes

EAN und UPC sind die weltweit verbreitetsten GS1-Formate. Mit ihnen erkennen Unternehmen und Kunden ein Produkt in jedem Land auf einen Blick, auch wenn jedes Format seinen eigenen Einsatzbereich hat.

Lange war der Unterschied in der Praxis geografisch: Der UPC galt in den USA und Kanada, die EAN im Rest der Welt. Seit 2005 akzeptiert der Handel in den USA und Kanada auch den EAN-13. Ein 12-stelliger UPC-A entspricht zudem einem EAN-13, der mit 0 beginnt. Die beiden Systeme sind also kompatibel.

StrichcodeGS1-BezeichnungStellenTypischer Einsatz
EAN-13GTIN-1313Konsumgüter weltweit. Diesen Code tragen die meisten Artikel in Deutschland.
UPC-AGTIN-1212Konsumgüter, vor allem in den USA und Kanada, wo er neben dem EAN-13 genutzt wird.
EAN-8GTIN-88Kurzversion für kleine Artikel, auf denen kein EAN-13 Platz hat.
ITF-14GTIN-1414Kartons und Verpackungsebenen mit Produkten, die einen EAN-13 tragen. Wird in Logistik und Großhandel eingesetzt.
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Welche Informationen enthält die EAN? Was die 13 Ziffern bedeuten

Die EAN enthält keine Informationen über das Produkt: keinen Namen, keinen Preis, kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Sie ist ein eindeutiger Schlüssel, der auf den Produkteintrag in einer Datenbank verweist, etwa im Katalog eines Shops oder im Register von GS1. Deshalb finden Sie ein Produkt, indem Sie die 13 Ziffern in die Suche eines Shops, eines Marktplatzes oder einer Produktdatenbank eingeben. Die EAN hat aber einen festen Aufbau, und jeder Ziffernblock hat eine Bedeutung.

  • GS1-Präfix: Die ersten 3 Ziffern zeigen, welche GS1-Organisation die Nummer vergeben hat. GS1 Germany stehen die Präfixe 400 bis 440 zur Verfügung, deshalb beginnen Nummern, die über GS1 Germany vergeben wurden, mit einer Zahl von 400 bis 440. Die Präfixe verraten nicht das Herstellungsland und auch nicht immer den Sitz des Unternehmens. In Österreich vergibt GS1 Austria Nummern aus dem Bereich 900 bis 919 (Präfixliste von GS1, auf Englisch).
  • Unternehmensnummer: Zusammen mit dem GS1-Präfix bildet sie die GS1-Basisnummer, die GS1 jedem Unternehmen zuteilt. Die Basisnummer hat insgesamt meist 7 bis 10 Stellen, je nachdem, wie viele Produkte das Unternehmen kennzeichnen muss: Je kürzer sie ist, desto mehr Artikelnummern bleiben frei.
  • Artikelnummer: die restlichen Ziffern bis zur 12. Stelle. Sie vergibt das Unternehmen selbst für jedes seiner Produkte.
  • Prüfziffer: die 13. Stelle. Sie wird aus den übrigen 12 Ziffern berechnet und deckt Lese- oder Tippfehler auf.

An einem erfundenen Beispiel wird es deutlicher. Nehmen wir die Nummer 4012345678901:

BlockZiffernBedeutung
GS1-Präfix401Präfix von GS1 Germany (Bereich 400-440)
Unternehmensnummer2345Kennzeichnet das Unternehmen (vollständige 7-stellige Basisnummer: 4012345)
Artikelnummer67890Das konkrete Produkt im Sortiment dieses Unternehmens
Prüfziffer1Berechnet aus den 12 vorherigen Ziffern

Die Nummer ist fiktiv, erfüllt aber die Regeln einer echten EAN. Ihre Prüfziffer berechnen Sie so:

  1. Addieren Sie die Ziffern an ungerader Stelle (1., 3., 5. …): 4 + 1 + 3 + 5 + 7 + 9 = 29.
  2. Addieren Sie die Ziffern an gerader Stelle und multiplizieren Sie mit 3: (0 + 2 + 4 + 6 + 8 + 0) × 3 = 20 × 3 = 60.
  3. Addieren Sie beide Ergebnisse: 29 + 60 = 89.
  4. Ermitteln Sie die Differenz zum nächsten Zehner: Von 89 bis 90 fehlt 1. Das ist die Prüfziffer. Ist die Summe bereits ein glatter Zehner, lautet die Prüfziffer 0.

Im gedruckten Strichcode sind die Ziffern nach dem Schema 1-6-6 gruppiert: Die erste steht außerhalb der Striche, die übrigen zwölf verteilen sich auf zwei Blöcke zu je sechs Ziffern.

Wie funktioniert die EAN?

EAN-Nummern werden in Strichcodes umgewandelt, damit ein Laserscanner oder eine Kamera sie erfassen kann. Der Scanner übersetzt die Striche zurück in die 13 Ziffern, und das System sucht diese Nummer in seiner Datenbank.

EAN-Codes lassen sich in beide Richtungen lesen, von links nach rechts oder umgekehrt. Omnidirektionale Scanner, wie an Supermarktkassen, erfassen sie zudem in jeder Ausrichtung. Unter den Strichen steht meist die Nummer, sodass man sie von Hand eintippen kann, wenn der Scanner streikt.

Weil die EAN so einfach zu lesen ist, erleichtert sie alles von der Bestandskontrolle bis zum Preisvergleich desselben Produkts bei verschiedenen Verkäufern.

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Warum gehört die EAN auf Ihre Produktdetailseiten?

Die richtige EAN auf jeder Produktdetailseite erspart Ihnen Probleme in der internen Verwaltung und öffnet Ihnen den Zugang zu den großen Vertriebskanälen. Das sind die wichtigsten Vorteile:

  • Sie identifizieren das Produkt schnell und genau.
  • Die Bestandskontrolle wird einfacher, weil Sie jeden Artikel über seinen Strichcode finden.
  • Datenbanken lassen sich effizienter pflegen und Verkäufe pro Artikel besser auswerten.
  • Sie können dasselbe Produkt zwischen verschiedenen Verkäufern und Plattformen vergleichen.
  • Sie können das Produkt entlang der gesamten Lieferkette nachverfolgen.
  • Wenn Sie exportieren möchten, verlangen die meisten internationalen Distributoren und Marktplätze einen EAN- oder UPC-Code. Gesetzlich vorgeschrieben ist er nicht, aber ohne ihn ist der Verkauf in der Praxis schwierig. Wenn Sie diesen Schritt planen, lesen Sie die Voraussetzungen für die Internationalisierung Ihres Onlineshops.
  • Amazon verlangt für die meisten Produkte eine GTIN (EAN, UPC oder gleichwertig), es sei denn, für die Marke wurde eine GTIN-Befreiung genehmigt. Die Anforderungen und den Antrag auf Befreiung finden Sie in der Hilfe von Seller Central.
  • Laut der Hilfe zum Google Merchant Center sollten Sie die GTIN bei allen Produkten angeben, denen der Hersteller eine GTIN zugewiesen hat. Fehlt sie oder ist sie falsch, kann die Sichtbarkeit Ihrer Anzeigen eingeschränkt sein, und Produkte können abgelehnt werden. Mehr dazu im Leitfaden zum Verkaufen über Google Shopping.

Wie beantragen Sie eine EAN?

Sind Sie Hersteller oder Markeninhaber der Artikel, die Sie verkaufen, beantragen Sie die EAN selbst bei GS1; in Deutschland ist das GS1 Germany, in Österreich GS1 Austria; beide gehören zum internationalen GS1-Netzwerk. Verkaufen Sie als Händler die Produkte anderer Marken, verwenden Sie die GTIN, die der Hersteller vergeben hat.

  1. Bestellen Sie bei GS1 Germany ein Nummernpaket. Die folgenden Preise gelten für GS1 Germany. Die Kosten hängen vom Paket ab. Das Paket SmartStarter10 mit 10 GTINs ist für Unternehmen mit bis zu 250.000 € Jahresumsatz gedacht und kostet 60 € im Jahr, ohne Bereitstellungsgebühr. Beim Paket GS1 Complete zahlen Sie eine einmalige Bereitstellungsgebühr, die sich nach der Paketgröße richtet (250 € für 1.000, 360 € für 10.000 und 580 € für 100.000 GTINs), und einen jährlichen Nutzungspreis, der sich nach dem Gesamtumsatz Ihres Unternehmens richtet. Alle Preise verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer (Stand: November 2026). Die aktuellen Preise nennt GS1 Germany auf seiner Bestellseite.
  2. Sie erhalten Ihre GTINs. Nach der Bestellung stehen Ihre Nummern im GTIN-Manager der GS1 Service-Plattform bereit. Ihre GS1-Basisnummer ist Bestandteil jeder dieser GTINs.
  3. Weisen Sie jedem Produkt eine Nummer zu. Jeder Artikel erhält seine eigene GTIN mit der passenden Prüfziffer, auch jede Variante in Größe, Farbe oder Packungsgröße.
  4. Kennzeichnen Sie Ihre Produkte. Anschließend drucken Sie den Strichcode auf das Etikett oder die Verpackung.

Ein wichtiger Hinweis: Kaufen Sie keine günstig weiterverkauften EANs auf Drittanbieterseiten. Diese Nummern gehören zur Basisnummer eines anderen Unternehmens, nicht zur Marke des Produkts. Amazon gleicht sie mit der GS1-Datenbank ab, und Google kann die GTIN als falsch markieren; in beiden Fällen riskieren Sie, dass Ihre Angebote oder Anzeigen gesperrt werden.

Das Nummernpaket kostet Geld, lohnt sich aber, wenn Sie auf Marktplätzen, über Google Shopping oder im Export verkaufen wollen.

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Die Grenzen der EAN beim Produktvergleich

Theoretisch ist der Preisvergleich zwischen Shops so einfach wie der Abgleich von EAN-Codes. In der Praxis versagt die EAN öfter, als man denkt:

  • Angebote ohne EAN. Viele Shops veröffentlichen sie nicht oder haben keine für Eigenmarken oder handgefertigte Produkte.
  • Falsche Nummern. Kopierfehler, die EAN einer anderen Größe oder Farbe oder Nummern, die der Hersteller nach dem Auslaufen eines Produkts wiederverwendet hat, was die GTIN-Vergaberegeln von GS1 (auf Englisch) nicht mehr erlauben.
  • Varianten mit derselben Nummer. Manche Shops nutzen eine einzige EAN für alle Varianten eines Artikels oder die EAN eines Multipacks für das Einzelstück.
  • Weiterverkaufte Nummern. Basisnummern, die nicht zur tatsächlichen Marke des Produkts gehören.

Für einen verlässlichen Preisvergleich ist die EAN ein Ausgangspunkt, aber nicht die ganze Antwort. Wer sich nur auf sie stützt, vergleicht sein Produkt womöglich mit einem anderen, und das ist einer der Fehler beim Preisvergleich, die Ihre Marge schmälern.

Wie vergleichen Sie Preise mit Wettbewerbern, wenn die EAN nicht reicht?

Ein verlässlicher Preisvergleich erfordert, EAN und Referenznummer abzugleichen, Zweifelsfälle zu prüfen und die Daten regelmäßig zu aktualisieren. Boardfy ist eine SaaS-Plattform für die Überwachung von Wettbewerberpreisen und Dynamic Pricing im E-Commerce, mit direkter Preisänderung auf Amazon, eBay, Google Shopping und Mirakl-Marktplätzen.

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